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Was ist 'Dynamisches Schießen' überhaupt?
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Im Folgenden der Versuch einer stark vereinfachenden Beschreibung für Einsteiger oder
andere Neugierige - die Gurus mögen bitte gleich weiterblättern, bevor sie
Lachkrämpfe bekommen... |
Zuerst einmal die Information, was Dynamic Shooting nicht ist: es handelt sich
nicht um Combat-Schießen, kampfmäßiges Schießen oder dergleichen,
auch wenn dies in der Presse bisweilen fälschlich so dargestellt wird.
Es wird niemals aus der Bewegung geschossen - der Schütze bewegt sich zwar
zwischen den einzelnen Schießpositionen, darf dort aber jeweils nur im Stillstand feuern.
Auch kommen keine Mannscheiben als Ziele vor; die Original-IPSC-Scheibe hatte
zwar im Umriß eine bescheidene Ähnlichkeit mit einem menschlichen Torso (da sie der Schießausbildung bei der US-Polizei entlehnt war), wurde
aber in Deutschland schon vor Jahren durch die aktuelle Form abgelöst. Wobei sich gewisse Bedenkenträger redlich abmühen, selbst in die aktuelle Form, ein hochkant
stehendes Achteck, noch einen menschlichen Umriß hineinzuinterpretieren... |
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| links: alte, in Deutschland nicht mehr gebräuchliche IPSC-Scheibe - rechts: aktuelle IPSC-Standardscheibe |
Das 'Dynamic Shooting' lehnt sich eng an die Regeln der IPSC (International Practical Shooting Confederation)
an und ist ein dynamischer Schießsport, d.h. im Gegensatz zu den "althergebrachten" Schießdisziplinen,
welche typischerweise von einer fixen Position aus ein ebenfalls fixes Ziel beschießen,
gibt es hier mehrere Ziele, zum Teil auch bewegt oder reagierend, sowie eine oder mehrere
Schießpositionen, die sogenannten Stages. Das Ganze nennt man den Parcours. |
Die Zeit, die der Schütze zur Bewältigung des Parcours benötigt, geht zusammen mit
den erzielten Treffern in die Gesamtwertung ein, sodaß nicht nur Genauigkeit, sondern
auch Geschwindigkeit das Ergebnis beeinflussen. Anders als beim klassischen Präzisionsschießen mit seinen 10-Ring-Scheiben sind die Ziele hier entweder gar nicht unterteilt
(Pepper-Popper, Gongs, Plates) oder nur in drei Zonen A, C und D (IPSC-Standardscheibe aus Pappe).
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| links: ein sog. Falling Plate - rechts: ein Pepper-Popper |
Zusätzliche Variationsmöglichkeiten entstehen durch "No-Shoots": dies sind besonders gekennzeichnete
Scheiben, die nicht beschossen werden dürfen; ein Treffer auf diese Ziele hat Strafpunkte zur
Folge. Ferner können im Parcours die vielfältigsten Vorschriften für den Ablauf getroffen werden. Nehmen wir als Beispiel einen Flinten-Parcours wie nachstehend abgebildet, dann könnte die Übung etwa folgendermaßen lauten:
| | Entfernung: 10-15 Meter |
| Startposition: stehend in Box A |
| Ablauf: nach dem Startsignal beschießt der Schütze von den vorgegebenen Positionen
und entlang der Feuerlinie MP1-MP3, PP1-PP4, danach T1-T5. T1 und T4
sind Bobber und müssen vom Tisch mit der Schußhand ausgelöst werden | Man kann wohl bereits diesem Beispiel
entnehmen, daß Monotonie im dynamischen Schießsport ein Fremdwort ist...
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| Beispiel eines Flinten-Parcours |
Die Voraussetzungen für das dynamische Indoor-Schießen sind allerdings auch deutlich umfangreicher
als für's klassische "Löchlestanzen": erstens wird eine besondere Ausstattung der Schießhalle
gefordert (u.a. geschoßabsorbierender Fußbodenbelag, beschußfeste Seitenwände und dergleichen),
zweitens muß jeder Teilnehmer einen besonderen Sicherheitslehrgang bei einem der zugeordneten Verbände
(z.B. BLDS, BDS) erfolgreich absolviert haben. Auch an die Ausrüstung werden höhere
Anforderungen gestellt - Näheres hierzu unter "Womit".
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